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Skitouren West-Grönland



KANGERLUSSUATSIAQ aka Eternity Fjord
KANGERLUSSUATSIAQ aka Eternity Fjord

Am 24. April haben wir Grönland erreicht und ankern am Ende des Arsuk Fjords ruhig mit Landleinen, um einen Sturm abzuwarten. Bei Sonne und knackigen Temperaturen können wir uns von der Überfahrt erholen und in Ruhe in Grönland ankommen. Leider bleibt der Tauch-Rettungsversuch der Sonnenbrille erfolglos.


Diving for sunglasses...
Diving for sunglasses...

Einige Tage später erleben wir in Grønnedal dänische Gastfreundschaft. Zwei Mitglieder der Einheit "Joint Arctic Command" führen uns durch die ehemalige Militärstation und die Umgebung. Zudem bekommen wir einen Eindruck von der grönländischen Tierwelt, darunter Moschusochsen, Rentiere und Schneehasen. Weitere Höhepunkte an diesem Ort sind: eine Wanderung mit anschließender Sauna - die beiden vom Joint Arctic Command haben uns an den Steg gebracht; ein gemeinsames Abendessen in der Militärstation und ein Geschenk - ein großer Beutel Moschusochsenwolle für zukünftige Strickprojekte. Unsere Reise setzt sich in Richtung Norden fort.


Cabin on Summit: UDSIGTPOSTEN
Cabin on Summit: UDSIGTPOSTEN
Sauna was placed very kindly...!
Sauna was placed very kindly...!

Unterwegs gibt es wenig Eis, außer bei der Anfahrt nach Paamiut, wo wir durch eine Eiszone navigieren müssen. In Paamiut begegnen wir erneut der Zurückhaltung der Inuits. Sie kommen in diskretem Abstand zu uns an den Pier. Die folgenden Tage sind von trübem Wetter ohne Wind geprägt. Wir legen Tagesetappen unter Motor in Richtung Nuuk zurück. Teilweise fahren wir durch flache Inlandspassagen mit türkisblauem Wasser. Wenn die Sonne durchscheint, leuchtet es richtig. Schließlich landen wir vor einem noch zugefrorenen Sund in einer Sackgasse und müssen umkehren. Wir sind nach wie vor mehr oder weniger alleine unterwegs.


Dead end ...
Dead end ...
Nice downwind sailing
Nice downwind sailing

In Nuuk begegnen wir zwei kommerziellen Booten, die Sail&Ski-Touren anbieten. Viel Schnee scheint es allerdings nicht mehr zu geben. Der Hafenmeister begrüßt uns freundlich am Pier. Wir bleiben einige Tage und warten auf unsere Freundin Sibylle. Nuuk zeigt sich uns als eine große Stadt: ein eher kleiner Hafen für große und kleinere Schiffe, gepflasterte Straßen, viele Autos, einige moderne Geschäfte, Hotels, Restaurants, modern gekleidete Menschen, unschöne Bauwerke aus der Vergangenheit und eine wunderschöne Landschaft rund um die Stadt. Und es regnet unaufhörlich!


Build in 1960 as part of Greenlands modernisation
Build in 1960 as part of Greenlands modernisation
Nuuk old town
Nuuk old town

Wir lassen das Unwetter mit Sturm durch und segeln die Inlandsroute Richtung Maniitsoq. Die flachen Stellen erfordern immer wieder unsere Aufmerksamkeit. Dennoch rummst es plötzlich und unsere Aegir ist auf Grund gelaufen. Ein kleines Motorboot mit Einheimischen ist zum Glück hinter uns und hilft mit ein paar zusätzlichen PS, uns aus der Flachstelle zu ziehen. Die kratzenden Geräusche unter uns sind übel, aber wir kommen frei. Ein paar Meilen fahren wir den Einheimischen hinterher, bis sie mit Vollgas davon fahren. So ein Schock! Wir sind wieder einmal dankbar um unseren Stahlrumpf und das geschützte Ruder. Wir haben erst einmal die Nase voll von Flachwassergebieten und segeln weiter draussen nach Maniitsoq - zum Leidwesen von Sibylle, die bei dem Seegang etwas unter Seekrankheit leidet. 


Maniitsoq - Iceberg occupying the harbour
Maniitsoq - Iceberg occupying the harbour
Pontoon only for settled conditions
Pontoon only for settled conditions

In Maniitsoq erwartet uns ein riesiger Eisberg im Vorhafen, den wir bereits auf Socialmedia gesehen hatten. So wie er liegt, kommen wir perfekt zum öffentlichen Steg. Dort liegt bereits ein kommerzielles Segelboot und ein “Ableger” des grossen Eisberges. Wir passen aber noch an den Steg und beobachten die Eisbewegungen um uns genau. Uns zieht es am nächsten Tag direkt weiter. Wir passieren den Hamborgersund und biegen in den Ewigkeitsfjord hinein.


Agpamiut  - Hamborger Sund
Agpamiut - Hamborger Sund
Old whaling station
Old whaling station

Die Landschaft ist wunderschön. Hohe Berge, beeindruckende Gletscher, kleine Eisgestalten im Wasser, gerade noch genug Schnee für Skitouren und Sonnenschein prägen die nächsten zwei Wochen. An den Ankerplätzen kommt das Dinghy mit dem Echolot zum Einsatz und ab und zu sichern wir die Aegir mit Landleinen ab.




Sibylle leaving us in Kangaamiut
Sibylle leaving us in Kangaamiut

Der extreme Tiedenhub fordert uns. In Kangaamiut verlässt uns Sibylle und wir lassen es weiter ruhig angehen. Das Wetter ist unglaublich stabil: Sonne, Temperaturen um die 4 Grad, kein Wind und es bleibt jetzt schon 24 h hell. Wir erkunden nicht kartographierte Ankerbuchten mit dem Dinghy. Fischen, Muscheln sammeln, wandern, ein letzter Skitourenversuch, schwimmen bei kalten 7 Grad, chillen und wir erledigen kleinere Bootsarbeiten, bis es weiter nach Norden geht.



Nächster Stopp ist Sisimiut. Am 01. Juni überqueren wir den Polarkreis und erreichen Sisimiut unter Motor. Warten auf Segelwetter ist keine Option für uns, da die nächsten 14 Tage fast ununterbrochen Nordwind angesagt ist. Der Kontakt mit dem Hafenmeister in Sisimiut ergibt, dass im Hafen für eine längere Zeit kein Platz ist für die Aegir. Wir können gegenüber vom Hafen ankern und haben es so auch nicht weit mit dem Dinghy in die zweitgrösste Stadt Grönlands. Die nächsten zwei Wochen bleiben wir also erst einmal hier und füllen unsere Tage u.a. mit weiteren Bootsarbeiten, Waschen im Hotel (so können wir Wasser sparen), Museumsbesuch, Kochen, Backen, Einkaufen und Planung unserer weiteren Reise. Zudem steht ein Zahnarztbesuch für Gregor auf dem Programm - Krone herausgefallen. Schnell und professionell bekommt er einen guten Zahnersatz aus Aluminium. Der sollte halten bis im Winter - hoffentlich! So kommen wir immer wieder ins Städtchen. Zufällig bekommen wir eine Konfirmation mit und bewundern die schönen Trachten, v.a. der Frauen. Bunte Perlenstickerei und Hosen aus Seehundfell werden wunderbar kombiniert.


Mt. Palasip Qaqqaa
Mt. Palasip Qaqqaa

Unsere Wanderschuhe kommen auch zum Einsatz und wir freuen uns über den Kontakt zu Sohvi und Juho von der SY Lumi. Langsam nehmen wir andere Segelschiffe auf Marinetraffic wahr, die nach Grönland kommen und wir beobachten aufmerksam die Eisentwicklung um die Nordwestpassage. Wir haben noch genug Zeit bis sich hoffentlich für uns ein mögliches Zeitfenster für unsere Reise nach Westen ergibt.



Sisimiut
Sisimiut

 

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