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Rund um die Lofoten


Am 4. April sind wir in Tromsø gestartet mit dem Ziel, auf Senja und den Lofoten noch ein paar Skitouren zu machen. Denkste! Bereits auf Senja haben wir nur noch alte Skispuren in den übrig gebliebenen Schneeflecken gesehen. Jetzt bräuchten wir ein Auto, um tiefer in die Täler zu kommen. Wir ankern dafür in einem netten Naturhafen vor einem Hotelressort in Hamn (Senja), welches sich Ostern sogar ordentlich füllt. Wir verlassen Senja und peilen die Vesterålen an. Wir machen am nördlichsten Hafen, in Andenes, fest. Es ist nicht gerade eine Geisterstadt, aber man sieht gut, dass der Tourismus erst im Sommer mit Whalewatchingtouren beginnt. Wir beobachten dafür Seehunde im Hafenbecken und lustigerweise auch viele Norweger, die mit ihren Autos herumkurven - zum Teil unterhält man sich auch von Auto zu Auto ohne auszusteigen.

Die Wetterprognosen für die nächste Zeit sind sehr gut mit Sonne, moderatem Ostwind und wenig Welle. Somit entscheiden wir uns für die äussere Umrundung der Lofoten. Es beginnt eine tolle Whalewatchingzeit. Wir sehen jeden Tag Wale - kurz oder segeln lange neben ihnen her. Auftauchende Wale in unmittelbarer Schiffsnähe sind eindrückliche und bleibende Erlebnisse für uns. Auch Seeadler und die verschiedenen Alkenvögel sind immer wiederkehrende Highlights des Tages.

Wir geniessen die Sonne und die angenehmen Plus-Grade sehr. Es ist ein gutes Gefühl, mit Aegir unter vollen Segeln unterwegs zu sein. Wir testen das Handling unseres Genuabaums, den wir seid der Losfahrt noch nicht im Einsatz hatten und beginnen zunehmend Trainingsmanöver zu fahren. Unsere Rollen im Rahmen der Schiffsführung sind klar. Gregor ist der Skipper und Christine ist für das Leinenhandling in den Häfen verantwortlich. Uns ist es allerdings wichtig, dass ein Rollentausch funktioniert. Bei guten Verhältnissen heisst es also vor allem für Christine An - und Ablegermanöver in den Häfen zu üben.

Die Durchfahrt durch den berüchtigten Malstrom der Moskenestraumen war schlussendlich recht unspektakulär, da wir gute Verhältnisse und den richtigen Zeitpunkt erwischt hatten. In Reine beeindrucken uns die schroffen Berge direkt am Wasser. Als grosser Fischerort mit Stockfischproduktion ist der Geruch omnipräsent - auch wenn wir morgens die Kojen lüften.

Ein wunderbarer Restaurantbesuch und Ausfahrt mit dem Dinghy inklusive Strandwanderung lassen richtig Ferienstimmung aufkommen.

Wir nutzen den Wetterwechsel für Administratives und Näharbeiten: Die Bleisäckchen zum Tauchen werden genäht. Auch der Rest der Tauchausrüstung ist gesichtet, alles einmal montiert und im Trockenen getestet. Bei schönerem Wetter und geeignetem Tauchplatz wollen wir es endlich wagen. Vorher sitzen wir das "schlechtere" Wetter in Svolvaer aus und nutzen die guten Einkaufsmöglichkeiten und machen eine tolle Wanderung bei Sonnenschein.

Wir realisieren, dass wir zum ersten Mal eine Jahreszeit - den uns bekannten Frühling- auslassen, obwohl sich hier die grünen Pflänzchen durch den Schnee drücken und wir auch schon ein paar wenige blühende Pflanzen gesehen haben (Ende April). Das Wetter in Norwegen scheint im Dauer "April, April-Modus" zu sein. Einen geplanten ersten Tauchgang bei Sonnenschein haben wir wegen Wind und Welle noch nicht gestartet. Stattdessen haben wir die Segel gehisst und der Wind war weg - so geht es häufig. Dafür sind wir in einem sehr schönen Ort, Henningsvaer gelandet und haben am Nachmittag eine imposante Wanderung zum Festvågtinden gemacht.

Wir nutzen die Länge der Tage. So können wir erst am Nachmittag zu einer Wanderung aufbrechen, ohne Angst vor der Dunkelheit - die Sonne geht um 21.30 Uhr unter. Bald ist Mittsommernachtszeit!

Oft sind wir abends überwältigt von den Ereignissen des Tages, seien es die Wale an der Hafeneinfahrt, die Küstenwache mit Zoll an Bord, neue Erkenntnisse zu unserem Energiemanagement oder spontane Begegnungen mit Menschen aus Deutschland, die in Norwegen leben, wie z.B. Barbara aus Hamburg, ehemals Seglerin und TO- Mitglied (www.lillelangoya.no). Auch im Hurtigroutenmuseum (https://hurtigrutemuseet.no ) - der Besuch ist sehr zu empfehlen - hatten wir herzliche Begegnungen. Wir sind erstaunt und erfreut, direkt Einladungen bekommen zu haben und freuen uns auf ein Wiedersehen. Christine konnte in Sortland endlich wieder in die Sauna, da ihr ein aufgeschlossener Norweger ein Ticket buchte - die eigene Kreditkarte wurde nicht akzeptiert. Das beste Geburtstagsgeschenk!

Der neue Steg in Sortland (68°41'49.5'' N 15°25'15.6''O) ist wie gemacht für Aegir und Christine, die ein paar Anlegemanöver im Hafen üben konnten.

Noch sind wir nicht in Tromsø, aber ein ereignisreicher Monat neigt sich dem Ende zu. Wir haben noch vier bis fünf Etappen vor uns. In Tromsø heisst es dann "klar Schiff machen" für den Besuch von Christines Mutter (83 Jahre) und einer Freundin aus der Schweiz. Die Vorfreude steigt!







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