Wir segeln über den Polarkreis


Gregors Motto für unseren ersten Segeltörn mit der Aegir in den Norden lautet: Wir testen das Schiff und die Crew! Wir hatten einen sehr intensiven Start - sei es durch anstrengende Segeltage, das Wetter, tolle Eindrücke des Landes, grossartige Angelerlebnisse und "hyggelige" Begegnungen. Dazu kommen einige technische Themen, die uns sehr beschäftigen und stimmungsmässig an unsere Grenzen bringen. Man kann auch sagen, dass wir uns zwischen Eustress und Disstress bewegen. Die Lernkurve ist steil - was uns sehr freut. Wir sind bemüht eine gewisse Gelassenheit zu entwickeln, was unsere Planung, Projekte und Ziele angeht.

Der Winter nähert sich und es zieht uns nach Tromsø. Niemand zwingt uns weiterzufahren. Wir haben uns zwischenzeitlich auch mit einer Überwinterung in Trondheim angefreundet. Schlussendlich geht die Reise doch weiter. So peilen wir unser Winterziel so gut es geht weiter an, hoffen auf ein paar eindrückliche Nordlichter, Wale und segeln auch erwartungsvoll der zunehmenden Dunkelheit entgegen.

Wir wollen einen langen Schlag direkt nach Bodø versuchen - auf Kosten der Küstennähe. Wir wählen somit die Version der einfacheren Navigation mehr auf offener See versus eindrücklicher Landschaft. Wir können uns mittlerweile gut vorstellen etwas länger in Norwegen zu bleiben. Die tollen Fjorde verdienen viel Zeit. Wir tasten uns an den Polarkreis heran, schmuggeln uns mit der berühmten Handbreite bei Ebbe in den Hafen von Traena und erkunden die Insel. Bei traumhaftem Wetter geht es dann über den Polarkreis. Diese Etappe mündet in einer Vollmondfahrt, die gekrönt ist von den ersten beeindruckenden Nordlichtern. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus und sind tief berührt von diesem Naturereignis. Rundum zufrieden nach einem eindrücklichen langen Tag und einer Nacht fallen wir um 03.00 Uhr ins Bett.



Bereits bei der Nachtfahrt und hier in Bodø spüren wir den Winter: Die Stege sind vereist, die Autos fahren mit Spikes und es braucht eine (oder zwei) Schicht(en) Kleidung mehr.

Die Weiterfahrt nach Tromsø soll nun in weniger langen Etappen stattfinden. Wettermeldungen lassen uns aber achtsam nach Anker- oder Hafenplätzen Ausschau halten in unserer Routenplanung. Es sind doch ein paar Stürme im Anmarsch mit ungemütlichen Windstärken. Noch eine Woche und wir sollten unser Winterziel erreicht haben.

Wir freuen uns jetzt schon auf gemütliche Wintertage mit nähen, lesen, musizieren, Indoor-Projekte und auf die Schneelandschaft.



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